Nachtschattengewächse – Pflanzstelle ist durch Pläne der Stadt bedroht

Die Stadt Köln will im Kalker Süden mehrere Hochhäuser mit Höhen bis zu 40 Meter errichten – der Stadtteil wird weiter verdichtet und letzte Frei- und Grünflächen, u.a. die Pflanzstelle Kalk sind gefährdet. Im Schatten eines Büroturms gärtnert es sich schlecht.

Ausgangslage – Das Werkstattverfahren Hallen Kalk

Seit 2017 beschäftigt sich die Stadt Köln im sogenannten „Werkstattverfahren“ mit dem Gelände der Hallen Kalk, das sich im Kern von der Neuerburgstraße bis zur Christian-Sünner-Straße erstreckt. Aktuell im Besitz der Stadt, soll das Areal zu großen Teilen privatisiert werden. Das Planungsteam um das Architekturbüro BeL hat den Auftrag erhalten, drei Verwertungs-Szenarien zu entwerfen: vom Verkauf des gesamten Geländes an einen einzigen millionenschweren Investor bis zu einer gemischten Nutzungsweise. Wir als Pflanzstelle sollen gemäß Beschluss der Politik vom 8.11.18 auf dem Planungsgebiet erhalten bleiben.

Aktuelle Entwürfe des Architekturbüros BeL – für uns nicht akzeptabel

Anfang Februar haben wir Einsicht in die – noch nicht finalen, aber sehr weit fortgeschrittenen – Entwürfe erhalten. Wir waren geschockt. Wenn das Gelände diesen Plänen entsprechend bebaut wird, wäre das eine Katastrophe – für uns als Pflanzstelle und für den Stadtteil Kalk. An mehreren Stellen auf dem Planungsgebiet will BeL Wohn- und Bürotürme bauen, die mit einer Höhe von 40 Metern das Kalk-Karré um das Doppelte überragen. Auch die „Brache“ an der Neuerburgstraße, auf der sich die Pflanzstelle befindet, muss dafür herhalten. Bis auf einen spärlichen Randstreifen wird sie völlig zugebaut. Damit soll eine der letzten unversiegelten Fläche Kalks auch noch weichen, obwohl aus Kalker Sicht und ökologischer Notwendigkeit (wie Vermeidung von Hitzeinsel und Versickerungsflächen bei Starkregen) mehr Parks und unbebaute sowie unversiegelte Flächen dringend notwendig wären.

In allen Entwürfen ist die Pflanzstelle zwar erhalten. Jedoch sind die zugewiesenen Flächen aber aufgrund von wenig Sonnenlicht, Feinstaubbelastung und Autolärm, keiner guten Lage und Erreichbarkeit, naher Wohnbebauung sowie versiegelter und betonierter Böden für uns nicht tragbar. Wir wären eingequetscht in eine urbane Hölle – ein schattiger Garten umzingelt von Hochhäusern.

Eine alternative Planung ist möglich – ein Planungsentwurf von uns

Eine Umsetzung der aktuellen BeL Pläne bedeutet für Kalk auch eine massive Zunahme der Verkehrsbelastung (es werden jeden Arbeitstag mehrere tausend Angestellte zusätzlich ins Veedel pendeln), mit den bekannten gesundheitlichen Folgen für Menschen und Tiere in Kalk. Das muss nicht sein. Anstatt den Naturraum an der Neuerburgstraße zu bebauen und die Pflanzstelle und Vision. e.V zu verdrängen, spricht sich unser Planungsentwurf dafür aus, die Wohn- und Büronutzungen in die Hallen zu verlegen. Zusätzlicher Baugrund bietet die benachbarte Fläche der ehemaligen Kranbahn. Hier kann alternatives und genossenschaftliches Wohnen entstehen, in Mitten der Natur und ohne zusätzliche Flächenversiegelung! Wir wollen Bäume und einen Teich auf der „Brache“, um Tieren im Hochsommer einen geschützten Zugang zum Wasser zu bieten. Wir planen dabei ganz bewusst weniger Büroflächen und Parkplätze ein, als im Entwurf von BeL vorgesehen. Auf einen Hochhaus-Gigantismus kann Kalk verzichten. Auf Naturräume, gemeinwohlorientierte Wohn- und Projekt-Formen nicht.

Wir zeigen unseren Unmut gegen die Bebauungspläne – macht mit!

Für uns in der Pflanzstelle ist klar: Mit diesen Plänen können wir nicht mitgehen. Wir werden uns gegen sie aussprechen und für den Erhalt der Pflanzstelle, aber auch gegen das Zubauen aller letzten freien Flächen in Kalk wehren. Wir freuen uns, wenn ihr euch unserem Protest anschließt – hier drei konkrete Ideen:

1. Kommt zum Werkstattgespräch am 18. Februar um 18 Uhr in der Kaiserin-Theophanu Schule (Kantstraße 3). Das Architekturbüro BeL und die Stadtverwaltung werden dort ihr Konzept der Öffentlichkeit vorstellen. Laut Einladung gibt es Raum für Diskussion und Anregungen. Wir werden da sein und wir werden deutlich sagen, was wir von den Plänen halten: gar nichts. Je mehr wir sind, desto eher findet unser Protest und finden unsere Forderungen Gehör. Bringt also Transpis & Schilder mit zeigt Flagge gegen den Verdichtungs- & Bauwahnsinn.

2. Wir entwickeln einen eigenen Plan mit einer alternativen Planung, dem wir den Bebauungsplänen der Stadt entgegensetzen wollen – wenn ihr hierzu Ideen habt freuen wir uns über Unterstützer*innen.

3. Unterstütze Aktionen gegen Verdichtung in Kalk! Es gibt eine Aktions-AK, die in den kommenden Monaten kreativ und entschieden die Themen Verdichtung und Verdrängung in Kalk thematisieren wird. Mit verdichtungskritischen Stadtteilspaziergängen. Mit kreativer Stadtteilbegrünung. Mit einer Demo.

Wenn du Lust hast mitzumachen, schreib uns eine Mail, lies unseren Newsletter oder schau von Zeit zu Zeit auf unserer Homepage vorbei: Dort erfährst du die Termine.