Pflanzstelle bleibt!

Kaum ein Stadtteil in NRW ist dichter bebaut als Köln Kalk. Grünflächen und Parks? Gibt es kaum. Da muss doch jeder Quadratmeter Grün schützenswert sein – theoretisch zumindet. Die Realität sieht anders aus. Beispiel Neuerburgstraße: Die dortige Insustriebrache, ehemals Teil des Klöckner-Humboldt-Deutz-Konzerns (KHD) und heute eine grüne Oase, ist bedroht – und mit ihr der urbane Gemeinschaftsgarten Pflanzstelle.

Die Stadt Köln hat im Rahmen eines Planungsverfahrens begonnen, das Gelände der Pflanzstelle sowie die benachtbarten Hallenkomplexe und Brachen neu zu beplanen. Alle Entwürfe sehen vor, dass die Pflanzstelle umziehen muss und die Brache als Bauland freigegeben werden soll. Neben einer Schule und Wohnbebauung sollen mehrere neue Hochhäuser und Gewerbekomplexe entstehen. Das heißt: Bohnen und Bienen sollen Beton und Büros weichen. Aber wir wehren uns dagegen und fordern den Erhalt der Pflanzstelle an dem Ort, wo sie jetzt ist.

Unsere Argumente für den Erhalt der Pflanzstelle an ihrem jetzigen Standort:

  • Es gibt schon heute viel zu Wenig Parks und Freiflächen. Der Stadtteil überheizt, die Luft ist schlecht und die Menschen haben zu wenig Orte, an denen sie sich draufSen aufhalten konnen. Uns ist bekannt, dass ein Grünstreifen geplant ist. Für uns entkräftet das unseren Punkt aber keinesfalls. Wir wünschen uns, dass der Grünstreifen gebaut und die Brache, als Schutzraum für Tiere und
    Pflanzen sowie als Freiraum für Menschen erhalten bleibt.
  • Der jetzige Standort ist für uns ideal, weil die Pflanzen viel Sonne
    abbekommen — den ganzen Tag über. Einen zweiten solohen Ort gibt es auf dem KHD-Gelände nicht.
  • Die Stadt Köln wirbt für den Schutz von Insekten und Naturvielfalt. Wir auch! Auf der Pflanzstelle gibt es Insektenhotels und Bienen.
    Hier finden die Tiere Nahrung und Schutz. Solche Orte müssen er-
    halten bleibenl
  • Stadtverwaltung und Immobillienwirtsohaft betrachten die Brache
    als funktionslosen, gewissermaßen defekten Raum, den es durch
    Bebauung zu revitalisieren gilt. Aber genau das Gegenteil ist der
    Fall: Die Pflanzstelle ist ein erfolgreiches Beispiel für eine Stadtentwicklung von unten. Wir sind ein selbstorganisiertes Projekt, das sich an den Bedürfnissen der Menschen im Stadtteil ausrichtet.
  • Wir leisten einen wichtigen Beitrag für die Lebensqualität und das Gemeinwesen des Veedels. Menschen unterschiedlichster ökonomischer und sozialer Kontexte können sich in der Pflanzstelle aufhalten und einbringen.

Wir sind nicht der einzige selbstorganisierte Ort in der Stadt, der bedroht ist. Ob AZ oder Cafe Chaos, ob Allerweltshaus oder Bauwagenplätze: Überall in Köln sind Freiräume in Gefahr. Aber nicht den Planungsbüros gehort die Stadt, sondern den Menschen, die in ihr wohnen!

Unseren Flyer zur Kampagne findet ihr hier oder analog in der Pflanzstelle und anderen Orten in Kalk.